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Chiptuning - Interview mit Jean Pierre Kraemer

chiptuning-Interview-JP-Krämer.jpg Premio Tuning:
Welchen Vorteil bringt das?

Jean Pierre:
Wenn zwei Steuergeräte am Motor hängen, kann sich jedes auf das konzentrieren, was es am besten kann. Das
Zusatzsteuergerät übernimmt dabei alle leistungsrelevanten Parameter. Es optimiert zum Beispiel das Luft-Kraftstoff-Gemisch und die Drehmomentkurve.


Premio Tuning:
Wann kann eine elektronische Leistungssteigerung sinnvoll sein?

Jean Pierre:
Das muss am Ende des Tages jeder selbst entscheiden. Viele Vorteile sind subjektiv. Das Ansprechverhalten verbessert sich, man kommt beim Start besser vom Fleck. Ich kann schneller beschleunigen und komme beim Überholen eher zum Abschluss. Das kann sich sogar positiv auf die Sicherheit auswirken, solange es nicht zu Harakiri-Manövern verleitet.
  

Premio Tuning:
Wie wirkt sich Chiptuning auf Langlebigkeit und Verbrauch aus?

Jean Pierre:
Seriöse Anbieter entwickeln spezielle Geräte für jede einzelne Motor- und Getriebeversion. Außerdem aktivieren sich moderne Zusatzboxen erst ab einer Öltemperatur von mindestens 90° C, damit der Motor im kalten Zustand nicht überstrapaziert wird. In der Regel sollte die Haltbarkeit also kein Problem sein.
Mit dem Verbrauch, das ist eine Sache für sich. Grundsätzlich kann ich mit einer Softwareoptimierung sogar sparsamer fahren. Das Problem ist nur: Das Fahren macht dann meistens so viel Spaß, dass dieser Vorteil nur auf dem Papier besteht. Will heißen: theoretisch kann ich den Verbrauch sogar senken, praktisch hängt das allerdings stark vom Fahrver-
halten ab.


Premio Tuning:
Worauf muss man noch achten, wenn man sich für ein Chiptuning entscheidet?

Jean Pierre:
Wie bei allen Performance-Umbauten darf man das Gesamtkonstrukt nicht aus den Augen verlieren. Man sollte also vorher prüfen – oder prüfen lassen -, wie viel Mehrleistung sich mit den verbauten Hardwarekomponenten verträgt und ab wann ich was nachrüsten muss. Außerdem kommt es auf die Laufleistung des Motors an. Wenn ein Auto viele Kilometer auf dem Buckel hat, ist meine Empfehlung, erst ein paar andere Komponenten zu reparieren, bevor man die Software drauf loslässt.


 Premio Tuning:
Was sagt überhaupt der TÜV dazu?

Jean Pierre:
Im Normalfall erlischt durch Chiptuning die Betriebserlaubnis. Leistungssteigerungen erfordern ein Gutachten, müssen der Versicherung gemeldet und von einer Prüforganisation eingetragen werden. Seriöse Hersteller verkaufen allerdings ihre Zusatzboxen immer mit den notwendigen Unterlagen, damit einer Zulassung nichts im Weg steht.